Die Digitalisierung ist eine der tiefgreifenden Veränderungen unserer Zeit. Sie integriert hoch entwickelte Technologien und datenbasierte Dienste zu einer neuen Gestaltungsmacht ihrer Nutzer. Wie die Transformationskurve im Einzelnen aussieht, ist dabei von Unternehmen zu Unternehmen und von Markt zu Markt unterschiedlich.

In manchen Branchen und Bereichen läuft sie schleichend, in anderen disruptiv. Doch für alle gilt: Die Digitalisierung ist umfassend, alles durchdringend und potentiell zerstörend.

Mit dieser Veränderung umzugehen, ist Aufgabe der Unternehmensführung. Dazu zählt sowohl, neue Chancen nutzbar zu machen, als auch, mit Herausforderungen und Konsequenzen umzugehen. Der Umgang mit Daten wird dabei zur Kernaufgabe: neue Prozesse, Strukturen und Fachkräfte einzubinden auf der einen, mit Datenschutz und –sicherheit umzugehen auf der anderen Seite.

In einem gemeinsamen Papier mit dem Fachverband Management & Marketing des BDU formulierten wir sechs Thesen zur Führung in Zeiten der Digitalisierung:

1. Führungskräfte müssen Lösungen für die digitale Welt gestalten

Eine Vision für das eigene Unternehmen in einer digitalen Welt, das ist der ideale Ausgangspunkt für eine Transformation. Führungskräfte entwickeln gemeinsam mit internen und externen Experten eine Vorstellung über die Auswirkungen der digitalen Veränderung und die mögliche Rolle des eigenen Unternehmens in Zukunft. Danach ist die Aufgabe, eine individuelle, integrierte, alle Unternehmensbereiche umfassende Digitalstrategie zu entwickeln.

2. Ohne Kulturwandel keine digitale Transformation

Vernetztes Denken, Flexibilität, Agilität, Lernbereitschaft, Spontanität, Selbstmanagement und Authentizität: Das sind die neuen Kernkompetenzen, um Märkte, Prozesse, Produkte und Organisationen zu gestalten. Die New Working Class braucht dafür ein entsprechendes Umfeld und Rahmenbedingungen.

3. Digitalisierung ist Chefsache


Die Digitalisierung ist kein isolierter Prozess, sondern verändert alle bestehenden Organisations- und Arbeitsbereiche. Die digitale Transformation gelingt nicht ohne Führungspersönlichkeiten, die die komplexen Auswirkungen sehen, verstehen und voranbringen. Eine Delegation in IT oder Marketing ist keine angemessene Lösung. Hier ist die gesamte Führungsriege gefordert.

4. Gute Führung kontrolliert nicht, sie dirigiert flexibel und kreativ


Neue Führungspersönlichkeiten werden gebraucht, welche die Leine lang lassen, delegieren und Eigenverantwortung fördern. Denn um kontinuierlich innovative Organisationen aufzubauen, die neuen Problemen mit neuen Lösungsansätzen begegnen, geht es weniger um starre Zielvorgaben als darum, Teams aufzubauen, die eigene Ideen entwickeln lernen.

5. Neue Kompetenzen brauchen Raum und Pflege – und eine neue Personalpolitik


Der Raum für dieses neue Arbeitsumfeld muss erst geschaffen werden. Das Innovationstempo ist hoch, der Bedarf an neuen Kompetenzen ebenfalls. Entsprechende Mitarbeiter und Talente sind rar und umkämpft. Die Personal- und Recruitingpolitik wird zur entscheidenden Baustelle.

6. Technologien schaffen Freiraum für Kreativität und Teamgeist

Intelligente, selbstlernende und vernetzte Systeme bieten enorme Möglichkeiten: Hier liegt neues Wachstums- und Optimierungspotenzial. Die Mensch-Maschine-Schnittstelle muss neue gedacht und definiert werden. Viele heutige Berufsbilder stehen zur Disposition und das nicht nur im Bereich einfacher oder komplexer manueller Tätigkeiten, sondern zunehmend auch klassische Bürojobs.
Neben der gesteigerten Produktivität schafft sie vor allem Zeit für kreative Tätigkeiten und menschlichen Austausch. Doch hierzu benötigt unsere Arbeits- und Leistungsgesellschaft neue Maßstäbe und Modelle.

Fazit: Egal in welcher Branche: Führungskräfte stehen vor einer der größten Change Management Herausforderungen der Wirtschaftsgeschichte.


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