Unternehmensberater des BDU tauschten sich Ende Juni zu Themen der Digitalen Transformation aus. Als Speaker mit dabei: Ibrahim Evsan, CEO von Social Trademarks, der mit uns seinen Blick auf die digitale Welt teilt.

„Wir müssen die Landkarte kennen, bevor wir losgehen“, sagt Ibrahim Evsan, Gründer und Geschäftsführer von Social Trademarks. Doch viele Unternehmen und Mitarbeiter kämen nicht mit, wenn wir von Digitaler Transformation sprechen. Also rollt er sie aus, die digitale Landkarte. Den anwesenden Unternehmensberatern wird klar: Die Geschwindigkeit der Entwicklung ist enorm. „Wir leben in einer Welt von Wundern“, kommentiert Evsan.

Und diese technischen Wunder verändern sowohl unsere Kommunikationsphilosophie, als auch unsere Arbeits- und sogar unsere Intelligenzmodelle. IQ (logische Intelligenz) und EQ (emotionale Intelligenz) reichen nicht mehr aus, um unsere Welt zu begreifen. Es geht auch um die We-Quality (We-Q) und Link-Quality (Link-Q), die unseren Grad und Qualität der Verlinkung im Social Web darstellen. „Der Mensch wächst mit der Maschine immer mehr zusammen. Wir lieben unsere Smartphones und finden uns ohne unsere Navigationsgeräte kaum mehr in der eigenen Heimatstadt zurecht.“ Das merkt man insbesondere auch am Arbeitsplatz. „Es entsteht eine ganz neue Generation der Kreativen, die New Work. Hier gelten neue Regeln und Strukturen: Handlungsfreiheit, Teilhabe und Werte sind jetzt wichtig.“ 

Wer macht das Rennen um Geschäftsmodelle? 

Das Ergebnis seien kollaborative Prozesse, jeder steuere im Crowdsourcing bei, was er zu geben hat. Wer überzeugt, der bekomme das Geld. Das sei nicht unbedingt fair, wird aber zunehmend Realität. Und so führe die Digitalisierung zu immer neuen „Störungen“ in unterschiedlichen Geschäfts- und Lebenswelten. So ginge es nicht mehr darum, ein Auto zu besitzen, sondern darum, den Fahrdienst zu besonders nützlichen, intelligenten Konditionen zu beziehen. Dabei entstehen neue Werte. Die Disruption würde dann kaum eine Branche auslassen. „In sechs Jahren“, so Evsan, „haben wir eine komplett neue Bankenwirtschaft.“ Reales Geld wird es nicht mehr geben, ist er überzeugt.    

Und so gehe es weiter: 3D-Druck verändere den Einzelhandel, Modelle wie Uber und Airbnb krempeln ganze Branchen um. „Wir reden hier von Apps, die innerhalb von vier Monaten nachprogrammierbar sind“, erinnert Evsan. Heute sind diese Apps viele Milliarden Euro wert. Was bedeutet das nun für Unternehmen und Unternehmensberater? Digitale Transformation setzt für Evsan voraus, dass Führungskräfte im Digitalen präsent sind. „Du kannst nur bewegen, wenn du dich bewegen lässt“, zitiert Evsan den Marketing-Star Amir Kassaei.    

Allein ein ehrlicher Blick auf die Lebenswelt der Kunden hilft bei der Navigation 
 
Für mich ist es eine Freude, zu beobachten, wie das Publikum zu verstehen beginnt, warum der Kunde fast zwangsläufig in den Mittelpunkt rücken muss. Marken müssen dort hin, wo Kunden sich bewegen. Und das ist heute vor allem im Social Web und mit digitalen Applikationen. Dr. Stefan Kohn hatte es am Vormittag bereits verdeutlicht: Die Technologie ist längst da, aber es liegt an den Unternehmen, die Möglichkeiten zu nutzen. Der Kunde wird sich dann – davon muss ausgegangen werden – für das Modell entscheiden, das ihm möglichst flexibel, möglichst einfach und möglichst individuell dient.  


 

Vorschau: Lesen Sie in den kommenden Wochen, was die digitale Transformation für den Handel bedeutet

Wie Digitalisierung den Handel verändert – am Beispiel der Autobranche: MeinAuto.de

Nachschau:

Berater in der Digitalen Transformation: Die Welt unserer Kunden verändert sich – ein Beitrag mit Dr. Stefan Kohn, T-Gallery

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