Innovationen sind riskant, die nötigen Investitionen nicht zu unterschätzen. Umso wichtiger ist es, den Entscheidungsprozess darüber, welche Idee zur Innovation umgesetzt werden soll, nicht dem tagesaktuellen Befinden eines einzelnen Entscheidungsträgers zu überlassen. Ein schrittweises Auswahl- und Entwicklungsverfahren mit abwechselnden Phasen der Weiterentwicklung und steter Relevanzkontrolle sind die Basis, um mit Innovationen zu wachsen – anstatt abzustürzen. Dabei ist auch die Bedeutung, die Mitarbeiter und Investoren der Transparenz solcher Prozesse zumessen, nicht zu unterschätzen.

Vor dem Markteintritt kommt der Prototyp

Zum Innovationsmanagement gehört, den Service sowie Produkt- und Geschäftsidee vor dem Launch zu testen. Wie reagieren Abteilungen, Branchenexperten, Geschäftspartner und Kunden auf die Entwicklung? Was kommt an, was nicht? Was sind die Anwendungsszenarien und was fordern sie vom Prototyp? Alle Reaktionen werden dokumentiert, alle Erkenntnisse in der Weiterentwicklung einbezogen. Dabei ist es viel sinnvoller, bereits früh mit Prototypen Erfahrungen zu sammeln. Digitale Computertechnologien ermöglichen dies: Rapid Prototyping Methode. Manchmal werden aber auch Papierprototypen genutzt.

Ohne Rückschläge ist Innovation nicht machbar

Innovationen sind das Resultat einer guten Idee und harter Entwicklungs- und Umsetzungsarbeit. Etwas Neues zu gestalten bedeutet auch, das Vorhandene zu ergänzen und gegebenenfalls zu ersetzen. Natürlich geht da nicht immer alles reibungslos. Doch Rückschläge, Fehlentwicklungen, kleine Turnarounds sind kein Zeugnis fürs Scheitern, sondern fürs Versuchen.

In vielen Unternehmen ist Scheitern immer noch keine Option und wird direkt oder indirekt sanktioniert. Dabei wissen wir längst: trial and failure ist ein höchst erfolgreiches Prinzip. Viele Führungskräfte wünschen sich den Geist der erfolgreichen Startups. Dabei wird oft vergessen, dass viele Startups scheitern. Und mancher Gründer benötigt zahlreiche Versuche, bis ein Business gelingt.

Im Übrigen macht es auch aus wirtschaftlicher Sicht Sinn, frühzeitig auszuprobieren und zwar unter Realbedingungen. Besser früh scheitern, als am Ende eines langfristigen und teuren Projekts die Fehler zu bemerken. Denn dann wird es teuer diese Fehler zu beheben. Dabei helfen Technologien wie Virtual Reality, Augmented Reality und 3D Printing. Neue Produkte, Shopformate oder neue Ansätze lassen sich in VR erlebbar darstellen ohne die entsprechenden Innovationen physisch zu produzieren. Unser Tochterunternehmen futurest hat bereits einige sehr erfolgreiche VR Projekte in diesem Kontext realisiert.

Die 4 Phasen des Innovationsmanagements: Exploration, Evaluation, Inkubation, Markteintritt.

Die 4 Phasen des Innovationsmanagements: Exploration, Evaluation, Inkubation, Markteintritt.

Warum agile Methoden besser performen

Der besondere Wert eines agilen Ansatzes, beispielsweise einer Scrum-basierten Vorgehensweise, liegt nicht nur im iterativen Ansatz oder der frühen Umsetzung (MVP), sondern auch darin, dass die Entscheidungen im Scrum-Team getroffen werden. Entwicklungen werden so gut geschützt vor dem rauen Wind des Kerngeschäfts. Allzuoft oft torpedieren die mächtigen Budgethalter der Cash Cows und Stars die zarten Knospen des Innovationsbereichs. Smart Fencing (eine Art Inkubationsschutzzone in der Organisation) ist also eine sinnvolle Abschottung der Ideen gegen allzu forsche Abmoderation und Einmischung von innen.

Umfassendes Thesenpapier zum Download: So gelingt das New Business Development (PDF)

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Um durch die unbekannte See zu kommen, helfen klar definierte Prozesse. Die regelmäßigen Reportings, in denen ein offen angesprochenes Problem nicht gleich zur Beendigung des Projekts führt, gehören ebenso dazu wie die Begleitung durch ein Steering Committee. Ziel ist es, Offenheit und Diskussion aufrechtzuerhalten sowie Panikreaktionen zu vermeiden.

Es klingt einfach, doch es ist die eigentliche Herausforderung, an der viele Innovationen scheitern: die Umsetzung in der eigenen Organisation. Innovativ wird ein Unternehmen nicht per Beschluss des Managements. Auch nicht dadurch, dass neue Verfahrensanweisungen in Umlauf gebracht werden. Alle Beteiligten und Betroffenen im Unternehmen müssen sich der Innovationsstrategie bewusst sein und ihre Ziele kennen. Und sie sollten alle davon überzeugt sein, dass die erreichte Innovationkraft für das Unternehmen, die einzelnen Unternehmensbereiche und jedem Mitarbeiter persönlich Nutzen bringt.

Dass jeder seine Aufgabe innerhalb der Innovationsstrategie dann auch ausführen kann, erreichen Organisationen durch Prozesse, die individuell auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Aber vor allem anderen durch eine Kultur, die Innovationen möglich macht. Denn wir wissen um die besondere Bedeutung der Kultur im Unternehmen: Culture eats Strategy for Breakfast. Das gilt auch für erfolgreiches Innovationsmanagement.