Die digitale Transformation ist einer der tiefgreifendsten Wandel, den der moderne Mensch ausgesetzt ist, denn sie hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche und verändert grundlegend, wie wir arbeiten, wie wir leben, wie wir uns fortbewegen, wie wir kommunizieren und noch vieles mehr. Kaum ein Mensch kann sich den Folgen dieser Entwicklungen entziehen – und noch mehr: Wer sich nicht proaktiv mit diesem Wandel auseinandersetzt, hat schlechte Karten. Das gilt für Unternehmen, die Chefetage und jeden einzelnen Mitarbeiter.

Doch machen wir uns keine Illusionen: Es gibt keine Patentrezepte – auch wenn viele Experten uns dies weismachen wollen. Und trotz der vielen bunt-schillernden Szenarien, die über die digitale Zukunft durchs World Wide Web ziehen: Wir können die Zukunft nicht vorhersehen. Was wir aber als Unternehmer tun können, ist: Chancen suchen und wahrnehmen sowie Technologie gezielt und intelligent einsetzen. Die Dynamik, die durch die Digitalisierung entsteht, erfordert allerdings ein Umdenken in Vorgehensweisen und Arbeitsmethoden – und nicht zuletzt der Unternehmenskultur.

Fest steht: Die Auswirkungen der Digitalisierung haben bereits heute neue Standards etabliert. Flexibel in Raum und Zeit statt 9-to-5, agile Projektteams statt hierarchischer Abteilungsstrukturen und die direkte Echtzeitkommunikation in Kollaborationssoftware – alles schon heute Realität. Zudem wird die Bildung interner und externer Projektteams zunehmend durch Big Data gestützte Anwendungen optimiert. So findet ein Projektmanager durch intelligente Algorithmen auf dedizierten Plattformen schnell den optimalen Experten für eine spezifische Fragestellung, ob im indischen Pune oder im eigenen Haus. Der Einkäufer nutzt spezialisierte Suchmaschinen, um nach neuen Lieferanten für kurzfristig erforderliche Ersatzteile zu suchen. Der Servicetechniker muss nicht mehr alles wissen und können, Augmented Reality-Funktionen helfen ihm, auch auf unbekanntem Terrain, Maschinen in Stand zu setzen oder den Fehler für einen Stromausfall zu lokalisieren.

Chancen und Risiken der Digitalisierung
Die Folgen der zunehmenden Vernetzung sind für Unternehmen und Mitarbeiter nicht nur gut oder nur schlecht. Vielmehr ergeben sich daraus Chancen und Risiken:

  • In immer kürzeren Zyklen führen Unternehmen neue Arbeitsmethoden ein, auf die sich Mitarbeiter einstellen müssen. Lebenslanges Lernen und Weiterbilden wird zur Grundvoraussetzung.
  • Die digitale Vernetzung schafft Transparenz, die zu optimierten Arbeitsprozessen und besseren Ergebnissen führen kann, aber gleichzeitig zu Verunsicherungen. Denn das Tracken von Mitarbeitern und Mitarbeitertätigkeiten wird zunehmend zum Bestandteil neuer Arbeitsprozesse.
  • Neue Kommunikationsinstrumente führen zu komplexeren Beziehungsgeflechten, und zwar in internen wie externen Netzwerken. Den Überblick zu behalten, wichtiges von unwichtigem zu trennen und die Korrespondenzen qualifiziert aufrecht zu erhalten, erfordert neue Kommunikationsqualitäten.
  • Der Kunde rückt in den Mittelpunkt, der viel zitierte Prosument sitzt bereits heute am Hebel: Konsumenten partizipieren in angestammten Unternehmensfunktionen wie Produktentwicklung, Vertrieb und Produktionslogistik. Das erfordert eine Neuausrichtung des Kundenbildes – und die aktive Einbeziehung des Kunden in unterschiedliche Arbeitsprozesse. Besonders intensiv wird das für technisch geprägte Produktentwicklungsabteilungen sein: weg von technischen Produkten, hin zu nutzerzentrierten Lösungen.
  • Um die Menge der Daten sinnvoll zu nutzen, bedarf es Investitionen. Gleichzeitig entstehen neue Berufsbilder, vor allem im Datenmanagement, der Datensicherheit und der Programmierung von Algorithmen. Die Macht dieser neuen Datenexperten ist enorm, denn sie beherrschen eine der wertvollsten Unternehmensressourcen der Zukunft: Daten. Sogar Wirtschaftskapitäne, Politiker und Meinungsführer haben meist keine Vorstellung, wie das komplexe System von Big Data und datengestützter Anwendungen funktioniert.

Vernetztes Denken, Flexibilität, Agilität, Lernbereitschaft, Spontanität, Selbstmanagement und Authentizität – das sind die sieben Kernkompetenzen, die zukünftig noch an Bedeutung gewinnen werden.

Führungskräfte sind gefordert, die Transformation zu begleiten und zu gestalten. Gleichzeitig müssen Sie neue Entwicklungen strategisch vorausdenken. Sie stehen dabei vor der Herausforderung, ihr gewohntes Denken in branchenspezifischen Mustern und Business-Logiken abzulegen und integrierte, vernetzte Strukturen zuzulassen sowie das Aufbrechen von Wertschöpfungsketten zu akzeptieren – oder besser noch: aktiv zu gestalten.

Und nicht zuletzt liegt es am Management, die Neuausrichtung auf den Kunden zu gestalten. Im kommenden Beitrag werfen wir daher einen Blick auf die Zukunft des E-Commerce, denn hier werden das neue Kundenverständnis, die Macht der Datenexperten und die Anforderungen an neue Geschäftsmodelle schon heute sichtbar.

Sie haben Fragen oder Anmerkungen? Dann freue ich mich über Ihren Kommentar!


Bildquelle: levelord – Pixabay

Erfahren Sie mehr über das Leistungsportfolio der Kreutz & Partner Beratungsmanufaktur:

Mehr zu Kreutz & Partner: Digital Transformation