Politische Ziele und gesellschaftliche Erwartungen fordern von deutschen Unternehmen nicht weniger als eine Kehrtwende im Umgang mit Energie. Deutschland will Vorreiter sein in der Energiewende: Bis 2050 sollen Treibhausgase um rund 85 Prozent im Vergleich zu 1990 reduziert werden. Ein Ziel, das ohne massive Einsparungen im produzierendem Gewerbe nicht erreicht werden kann.

Für das einzelne Unternehmen bedeutet die Energiewende jedoch zunächst zusätzlichen Aufwand. Neue gesetzliche Vorgaben und Regulierungen müssen eingehalten werden, wie die DIN ISO 50001 oder DIN EN 16247, brancheneigene Instrumente des Qualitätsmanagements oder Gütesiegel. Dafür braucht es neue Prozesse, Strukturen und Kapazitäten, in die erhebliche Ressourcen investiert werden müssen. Das sind Kosten, die zum steigenden Strompreis noch hinzukommen. Alles in allem eine scheinbar unerfreuliche Situation.

Smarte Energie: Die Zukunft hat bereits begonnen
Doch wer genau hinschaut, erkennt immense Potentiale in dieser Entwicklung. Das Ausschöpfen von Effizienzpotentialen ist der intelligente Umgang mit Energie. Die Potenziale liegen in der gebäude- und maschinentechnischen Energieeffizienz und dem Energiemanagement, beflügelt durch neue Technologien und den Megatrend der Digitalisierung.

So entwickelte das japanische Unternehmen Soundpower Corporation schwingungsresonante Bodenplatten zur Energiegewinnung und an der Universität Bristol wird an der Energiegewinnung mit Urin geforscht.

Die Vision: Neue Technologien vernetzen sich digital mittels Sensorik zu selbstlernenden und selbstregulierenden Systemen. So könnte das Produktionssteuerungs- und Überwachungssystem permanent Energiedaten aus hunderten Messstellen innerhalb und außerhalb des Unternehmens erfassen und analysieren und in Echtzeit mit Erfahrungswerten, Planungswerten und Daten aus dritten Quellen wie Marktpreisdaten, Wetter- oder Verkehrsdaten abgleichen, um Energieverbrauch, -erzeugung und -speicherung im Unternehmen zu optimieren.

Energie liefert Daten
Der Schlüssel für eine deutliche und nachhaltige CO2-Reduktion liegt also in intelligenten Technologien. Der Treibstoff dieser neuen smarten Welt sind Daten. Die systematische und permanente Erfassung und Speicherung von Energiedaten innerhalb eines Unternehmens ist ein guter Anfang auf dem Weg in eine Welt der lokal produzierten und smart verwalteten Energie. Einige Unternehmen zeigen bereits heute, was technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist. Sie werden ihren Innovationsvorteil in wenigen Jahren voll ausspielen können.

Dieser Beitrag entstand im Rahmen eines Vortrags von Manuel Kreutz bei der Firma LEUCO Werkzeuge im November 2014

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Neue Wege zur Emissionsreduzierung (Langversion, PDF)


 

Quelle Einstiegsbild: Handbuch Energieeffiziente Querschnittstechnologien der Initiative EnergieEffizienz (Deutsche Energie-Agentur)

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